You are here: Home Presse-Info Presse Info

Presse Info

Informationen für Journalist*innen zur internationalen und interdisziplinären Konferenz zum Thema „Zukunft heute / gestern / morgen: Zukunftsvisionen in den Amerikas“, 12. – 14. Juni 2019, Universität Bonn (Hauptgebäude)

Lässt sich „Zukunft“ erforschen?

Die Antwort auf die Frage erscheint zunächst klar. Denn mit dem Drang kontinuierlich die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz zu erweitern, neue Bewegungsmöglichkeiten und alternative Energiequellen zu gewinnen, entwirft der Mensch Stück um Stück die Zukunft.

Innovation entsteht aber nicht aus sich selbst heraus. Vielmehr gehen wir davon aus, dass Zukunftsverständnis und zukunftsorientiertes Handeln zu jedem Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte kulturell geprägt sind. Deswegen wollen wir „Zukunft“ als Forschungsfeld für die Geistes- und Kulturwissenschaften eröffnen im Rahmen einer internationalen und interdisziplinären Konferenz, die sich auf die Großregionen Nord-, Mittel- und Südamerika bezieht.

Der Kontinent Amerika bietet sich für diese Forschungsfrage an, weil er aufgrund seiner isolierten Lage bis 1492 von den anderen globalen Entwicklungen losgelöste gesellschaftliche Prozesse vorweisen kann. Eroberung und Kolonialisierung führten zu einer bis heute andauernden Auseinandersetzung um politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Modelle, sodass auch gegenwärtige Konflikte zwischen indigenen Gesellschaften und den jeweiligen Mehrheitsgesellschaften in den beiden Amerikas noch immer unterschiedliche Denk- und Zukunftsmodelle zum Ausdruck bringen.

Unserem Aufruf sind mehr als 250 aktive Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Europa, Nord- und Südamerika gefolgt, so dass wir in insgesamt 32 Gruppen das Konferenzthema in fünf Querschnittthemen bearbeiten.

  1. Abbau der (globalen) Machtgefälle als Agenda für die zukünftige internationale Forschungszusammenarbeit
  2. Zukunft europäischer ethnographischer Museen
  3. Zukunft aus indigenen Perspektiven
  4. Archäologie als Zukunftswissenschaft?
  5. Zivile Partizipation an der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft

 

Organisation der Konferenz

Konferenzorganisator*innen sind die Abteilung für Altamerikanistik und das Interdisziplinäre Lateinamerika-Zentrum der Universität Bonn sowie die zu Amerika forschenden Regionalgruppen der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA). Uns vereint die Forschungsregion bei unterschiedlichen Forschungsansätzen (Ethnologie, Ethnographie, Archäologie, Ethnohistorie, Sprach- und Kulturwissenschaften).

 

Fördernde Institutionen

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Philosophische Fakultät der Universität Bonn

Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie

 

Programmübersicht

 

Mittwoch, 12.06.2019 Donnerstag, 13.06.2019 Freitag, 14.06.2019

8:30 Einschreibung

9:00 Vorträge

  • David Jabin
  • Juan Villanueva

9:00 Vorträge

  • Justyna Olko
  • Nicholas Dunning

9:30 Eröffnung

10:00 Kaffeepause

10:00 Kaffeepause

10:30 - 12:30
Podiumsdiskussion
mit geladenen Referent*innen

10:30 - 12:30
Panelsitzungen

10:30 - 12:30
Panelsitzungen

Mittagspause

Mittagspause

Mittagspause

14:00 Vorträge

  • Eduardo Neves
  • Maike Powroznik

14:00 - 16:00
Panelsitzungen

14:00 - 16:00
Panelsitzungen

15:00 - 17:00
Panelsitzungen

16:00 Kaffeepause

16:00 Kaffeepause

17:00 Kaffeepause

16:30 Poster-Session

16:30 - 18:30
Indigene Dokumentarfilme
über „Zukunft“

17:30 - 19:30
Panelsitzungen

17:00 - 19:00
Panelsitzungen

18:30 - 20:30
Abschließende
Podiumsdiskussion
mit geladenen Referent*innen

19:30 Ausstellungseröffnung
im Rondell

19:00 Vortrag

  • Iván Velásquez Gómez

 

20:00 Uhr Abendempfang
in der Aula

 

 20:30 Abschied im Fritz Café

 

 

Rahmenprogramm

Ausstellung

Im Rondell des Hauptgebäudes wird es anlässlich des 500.ten Jahrestages der Entdeckung Mexikos und der nachfolgenden Eroberung Lateinamerikas eine von Studierenden kuratierte Ausstellung geben, die zur Veranschaulichung der Folgen der Eroberung und Kolonialisierung die Themen Malintzin (Übersetzerin für den Eroberer Hernán Cortés), Quilombos (Nachfahren eingeschleppter Sklav*innen) und die Crónica del buen gobierno von Felipe Guaman Poma de Ayala (indigener Chronist mit einer visionären Vorstellung einer „guten Regierung“) vorstellen wird.

Filmprogramm

In mehreren Sektionen der Konferenz werden (indigene) Dokumentarfilme aus Lateinamerika gezeigt.

 

Kurzbeschreibung der Querschnitthemen und ausgewählter Referent*innen

1. Welche Rolle spielt unsere Forschung in der Fortschreibung kolonialer Machtstrukturen? (Wie) können wir diese Rolle aufbrechen?

Aufgrund ungleicher Finanzierungsverhältnisse ist die Forschung auch heute noch von kolonialen Machtstrukturen geprägt, denn der Norden finanziert viel mehr Projekte, die im Süden realisiert werden, als es sich die Staaten des Südens selbst leisten können. Damit sind in der Regel auch Forschungsfragen und Forschungsdesigns an den Interessen der Geldgeber*innen und somit an denen des Nordens orientiert. Welche alternativen Forschungsformen bieten sich also an?

Mehr

Vor diesem Hintergrund werden einige der Forscher*innengruppen in ihren Panels der Frage nachgehen, ob und wie Forschungsfragen in fairer Zusammenarbeit formuliert werden können, und wie dies zu neuen, wegweisenden Interpretationen bestehender Forschungsdatensätze führen kann. Es geht um die Definition dekolonialer epistemologischer Standards, was unser Gastreferent Dr. Genner Llanes Ortíz aus Yucatán, Mexiko (derzeit Professor an der Universität von Leiden, Niederlande) am Beispiel von interaktiver Forschung im Maya-Gebiet ausführen wird. Er beschäftigt sich mit indigenen Epistemologien (Wissensordnungen) und dem Umgang mit indigenem Kulturerbe, u.a. nimmt er indigene Kunstexpressionen in ihren Beziehungen zu digitalem Aktivismus (Antirassismus, Dekolonisierung und Sprachrevitalisierung) in den Blick.

Andere Formen der Wissensordnungen und deren Erforschung nach europäischen und nicht-europäischen Standards besprechen auch die Kolleg*innen von Dr. Xóchitl Leyva Solano (Mexiko, Chiapas), unserer zweiten Gastreferentin. Als globalisierungskritische Wissenschaftlerin und Aktivistin beschäftigt sich Xóchitl Leyva Solano mit politischer Anthropologie, fragt nach Machtbeziehungen und untersucht soziale Bewegungen. Insbesondere der Zapatista-Bewegung in Chiapas (EZLN) widmete sie sich stark in den letzten Jahren. Dabei hinterfragt sie Sprache, Theorien und Paradigmen westlicher Wissenschaft.

2019 wurde als Internationales Jahr der Indigenen Sprachen seitens der UN ausgerufen vor dem Hintergrund, dass die Mehrheit dieser Sprachen vom Aussterben bedroht sind, weil sie u.a. über Jahrhunderte kulturelle Entwertung erfuhren. Migration und Globalisierung führen zur Zerstreuung der Sprecher*innen. Es entstehen jedoch auch neue Räume für die Artikulation der bedrohten Sprachen im Internet, in Radio und Fernsehen. Diesen Phänomenen neuer sprachlicher Repräsentation gehen die beiden Nachwuchswissenschaftler*innen Dr. Catherine Letcher Lazo (Universitätsklinikum Bonn) und Dr. Igor Vinogradov (Moskau, derzeit Gastwissenschaftler an der Abt. für Altamerikanistik) nach (Panel 23).

Indigene Strategien im Umgang mit Ungleichheit untersucht Rosario Carmona Yost (Chilenin und derzeit Doktorandin an der Abteilung für Altamerikanistik) mit ihren Kolleg*innen (Panel 05). Dabei geht es der Mapuche-Spezialistin vor allem darum aufzuzeigen, wie sich indigene Gesellschaften heute gegen ungleiche Zugänge zu Ressourcen, Landbesitz und die ungleiche Verteilung von Risiken infolge von Umweltverschmutzung zur Wehr setzen, um ihre Zukunftschance zu verbessern.

2. Zur Zukunft europäischer ethnographischer Museen: Reicht kritische Provenienzforschung als Legitimierung aus?

Ethnographische Museen in Europa stehen heute stärker als in der Vergangenheit vor der Aufgabe, die Herkunft ihrer Sammlungen kritisch zu erforschen, da die meisten dieser Objekte und Dokumente in kolonialen Kontexten gesammelt und in Museen überführt wurden. Die Konferenz greift diese aktuellen Diskussionen um die Zukunft unserer Museumslandschaften auf, indem sie Wissenschaftler*innen und Museumskurator*innen von diesseits und jenseits des Atlantiks zusammenbringt, um gemeinsam zu diskutieren, wie ethnographische und archäologische Objekte für die Aufarbeitung einer problematischen Vergangenheit hinsichtlich einer gemeinsamen Zukunft eingesetzt werden können. Wie sieht Provenienzforschung zur gemischten Vergangenheit der Amerikas konkret aus? Welche (politischen) Rahmenbedingungen müssen dabei beachtet werden? Was bedeutet die Berücksichtigung indigener Interessen in der Zukunft für europäische Museen?

Mehr

Aus europäischer Perspektive wird dieses Thema von Dr. Maike Powroznik (Völkerkundemuseum der Universität Zürich, Schweiz) wie auch von den beiden Nachwuchswissenschaftlerinnen Naomi Rattunde und Jana Brass (Universität Bonn, BASA-Museum (Bonner Amerikas-Sammlung)) thematisiert (Panel 27), während Dr. Juan Villanueva Criales (Museo Nacional de Etnografía y Folklore, La Paz, Bolivien) die Seite der ehemals Kolonialisierten aufgreift. Beide Hauptredner*innen haben sich an ihren jeweiligen Museen bereits in der postkolonialen Repräsentation materieller Kultur einen Namen gemacht.

3. Indigene Vorstellungen von Zukunft

Indigene Zukunftsvorstellungen in Vergangenheit und Gegenwart sind einerseits Forschungsgegenstand, andererseits Thema eigener Debatten unter indigenen Gesellschaften. Das historische Forschungsfeld hierzu ist weit. Wir wollen auch im Bereich der Geschichts- und der Sprachforschung gemeinsam debattieren, wie kollaborative Forschungsansätze auf gleicher Augenhöhe in multinationalen Forschungsprojekten aussehen müssen? Wie lassen sich historische Studien für die Entwicklung von Zukunftsperspektiven für indigene Gemeinschaften nutzen? Wie weit kann Wissenschaft überhaupt zu einer Emanzipation marginalisierter Gruppen führen und wenn ja, ist dies allein Aufgabe der Forschenden?

Mehr

So gehen die jungen Forscher*innen Mathieu Picas und Gemma Celigueta (Universidad de Barcelona) mit ihren Kolleg*innen der Frage nach, inwieweit indigene Gesellschaften ihre Zukunft über die Vergangenheit, anhand der Ritualisierung archäologischer Zeugnisse und Stätten, imaginieren (Panel 26). Unter dem Motto „Dekonstruktion“ für die Konstruktion einer besseren Zukunft beleuchten Dr. Claudia Rauhut (FU Berlin) und Moritz Heck (Universität Köln) die Vergangenheitsaufarbeitung unter Afroamerikaner*innen (Panel 28).

Als Expertin wird hierzu Dr. habil. Justyna Olko (Universität Warschau, Polen) sprechen. Sie leitet das von der EU geförderte Lab “Encounters between the Old and New Worlds”. Darin gelingt ihr der Spagat zwischen indigener Geschichtsforschung, moderner Ethnologie, Soziolinguistik und Kontaktlinguistik im kolonialen und modernen Mexiko (insbesondere im Raum der Nahua/Aztekisch-Sprachen in Zentralmexiko). Sie vertritt den Ansatz der Participatory Action Research (PAR) auf Basis kleiner ländlicher Sprecher*innengemeinden.

Während wir Sklaverei in den Amerikas zumeist mit der Ausbeutung von Europäern verschleppter Westafrikaner*innen (16. - 19. Jh.) in Verbindung bringen, hat der Kontinent Amerika selbst eine eigene düstere Geschichte der Versklavung. Anlässlich der erfolgreichen Einwerbung des Exzellenz-Clusters „Beyond Slavery and Freedom: Asymmetrical Dependencies in Pre-Modern Societies“ an der Universität Bonn wird sich ein Vortrag sowie ein Panel dem Thema Sklaverei in kolonialer und vorkolonialen Gesellschaften der Amerikas widmen. Den einführenden Vortrag wird Dr. David Jabin (Université Diderot de Paris) über Formen indigener Sklaverei und Abhängigkeitsverhältnisse unter den Yuqui, einer indigenen Gesellschaft Boliviens, halten.

4. Können wir mit Archäologie unsere Zukunft erforschen?

Wie sieht die Zukunft in den Altertumswissenschaften aus? Mehrere Panels der Konferenz greifen diese Frage auf und suchen ‚Zukunft‘ als ein Forschungsfeld der Vergangenheit nutzbar zu machen. Dabei geht es nicht nur um die Identifizierung neuer Forschungskonzepte, sondern auch darum, die Bedeutung der Archäologie und der Geschichte für aktuelle Gesellschaftsfragen zu stärken, wie dies zum Beispiel Dr. Carla Jaimes Betancourt (Universität Bonn) und Dr. Stéphen Rostain (CNRS, Frankreich) aufgreifen in ihrem Panel zur „Zukunft der Amazonas-Archäologie: Zwischen Archäometrie und indigenen Gemeinden“ (Panel 19).

Mehr

Dazu gehören ebenfalls Studien zum Wassermanagement bei Klimawandel und Ressourcenmangel in vergangenen Epochen, gesellschaftliche Reaktionen und Folgen sowie Konfliktlösungsmechanismen, vertreten vom Gastreferenten Dr. Nicholas Dunning (Cincinnati University, Ohio), Geograph und Umweltarchäologe mit einem geografischen und kulturellen Schwerpunkt auf der klassischen Maya-Gesellschaft. Ihn leitet dabei insbesondere die Frage nach menschlicher Adaptation an Umweltveränderungen, was uns im Hinblick auf heutige Adaptationsprozesse an den Klimawandel und eine aktive Gestaltung von Zukunft interessiert.

Zudem beschäftigt uns die Frage, wie Altertumswissenschaften in Zukunft auf neue politische Forderungen eingehen sollen, wenn es beispielsweise um Gutachten zu Landbesitzansprüchen heutiger Jäger- und Sammler-Gemeinschaften in Nationalstaaten wie Brasilien geht. Die vom aktuellen Präsidenten geforderte Neustrukturierung der Landbesitzverhältnisse führt zur Zwangsadaptation der noch existierenden indigenen Jäger- und Sammlergesellschaften. Panel 4 geht mit dem Titel „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Jäger- und Sammler-Völker des Amazonas“ genau auf diese Fragestellungen ein unter der Leitung von Felipe Cabrera Orozco (Universidad Nacional de Colombia) und von Gustavo Politis (Argentinien).

Einer der beiden Hauptredner zu diesem Thema ist Dr. Eduardo Neves (Museo de Arqueología de la Universidad Sāo Paulo, Brasilien, Spezialist für die Adaptation von Jäger- und Sammlergesellschaften), der mit seinen systematischen Forschungen in den 1990-er und 2000-er Jahren zu den hochproduktiven terra preta-Böden im Amazonas-Gebiet, unsere heutige Sicht auf die menschliche Besiedlung des Amazonasgebietes vor der europäischen Kolonisierung entscheidend veränderte.

5. Wie kann eine lebenswerte Zukunft in den urbanen Ballungsräumen und den entleerten ländlichen Räumen des 21. Jahrhunderts aussehen?

Fragen nach ökonomischen, politischen, sozialen und Menschenrechten sind eng mit Zukunftsvisionen verbunden, die in der Gegenwart schon gestaltet werden. Von Rentensystem, Metropolitan Governance bis hin zum Friedensprozess in Lateinamerika – dabei geht es um die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft. Vorstellungen davon divergieren jedoch zwischen unterschiedlichen Akteur*innen – internationalen Organisationen, Regierungen, Unternehmen und Bürger*innen. Aktives Zivilengagement ist gefragt bei der Planung einer nachhaltigen Zukunft. Auch in lateinamerikanischen Metropolen gibt es eine Reihe von zivilen Initiativen, die die Steigerung der Lebensqualitäten in ihren Wohnorten anstreben und zunehmend Einfluss auf Stadtpolitik nehmen können, beispielsweise durch Fahrrad-Aktivismus in Mexiko-Stadt oder Rio de Janeiro (Dr. Raúl Acosta und Prof. Dr. Eveline Dürr, LMU München, Panel 01), die neue Mobilitätsstrategien für die Megastädte aufzeigen.

Mehr

Im Rahmen der Konferenz wird daher nach ethischen Herausforderungen im urbanen wie im ländlichen Raum der Zukunft gefragt. Dazu gehört der gerade erst aufgenommene Kampf gegen Korruption seitens nationaler und internationaler Gremien in Lateinamerika. Das Thema wird auf der Konferenz durch eine Gruppe von Wissenschaftler*innen aus Mexiko, Spanien und Deutschland vertreten (Dr. Aarón Grageda Bustamante, Universidad de Sonora, México, Dr. Abel González, Universidad a Distancia de Madrid, Spanien und PD Dr. Eva Kalny, Leibniz Universität Hannover, Panel 11). Aber auch der Umgang mit Gewalt, Migration und die Zukunftsvisionen Jugendlicher im nicht-urbanen Raum, die sich für ein Überleben auf dem Land entscheiden, sind ausgewählte Themen.

Hauptredner zu diesem Themenkomplex ist Dr. Iván Velásquez Gómez (CICIG, Guatemala), derzeitiger Leiter der (UN-basierten) internationalen Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala. „Der kolumbianische Jurist war in den 1990er Jahren führend an der Entwicklung menschenrechtlicher Institutionen in Medellín beteiligt. Er deckte Verbindungen zwischen Politikern und Paramilitärs sowie Drogenmafias auf. Für sein Engagement erhielt er 2011 den Menschenrechtspreis der International Bar Association und 2012 den des Deutschen Richterbundes. Im Oktober 2013 beauftragten die Vereinten Nationen Velásquez mit der Funktion des Chefermittlers der Internationalen Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala. Zwischen April 2015 und Mai 2018 präsentierten er und Thelma Aldana in zahlreichen Pressekonferenzen umfangreiche Korruptionsfälle, die kriminelle Strukturen innerhalb des Staates sichtbar machten. Präsident Jimmy Morales erklärte ihn 2017 zur perona non grata und untersagt ihm seit Anfang September 2018 die Wiedereinreise nach Guatemala.“* Er erhielt er im vergangenen Jahr den Right Livelihood Award (sog. „alternativer Nobelpreis“). Sein Vortrag im Rahmen der Konferenz findet am Donnerstag, 13.06.2019 um 19 Uhr statt.

* Quelle: Eva Kalny (2018): „Alternativer Nobelpreis für Thelma Aldana und Iván Velásquez“, americas 21. [Link]

 

Veranstaltungstermine 12. – 14. Juni 2019
Ort Hauptgebäude der Universität Bonn
Konferenzsprachen Deutsch, Englisch und Spanisch, Dolmetscher vorhanden

 

Ansprechpartnerin
Dr. Antje Gunsenheimer
Universität Bonn, Institut XI, Abt. Altamerikanistik
Oxfordstr. 15, 53111 Bonn
Tel. 0228 - 734456
E-mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

 

Document Actions