You are here: Home Presse-Info Presse-Info (Kurzfassung)

Presse-Info (Kurzfassung)

Informationen für Journalist*innen zur internationalen und interdisziplinären Konferenz zum Thema „Zukunft heute / gestern / morgen: Zukunftsvisionen in den Amerikas“, 12. – 14. Juni 2019, Universität Bonn (Hauptgebäude)

 

 

Was von der „Zukunft“ übrig bliebWas von der „Zukunft“ übrig blieb
(Mexiko 2011; Foto: A. Gunsenheimer)

„Zukunft“ erforschen

Dieser Herausforderung geht in der Pfingstwoche eine internationale Konferenz an der Universität Bonn nach. Im Zentrum steht die These, dass Zukunftsverständnis und zukunftsorientiertes Handeln zu jedem Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte kulturell geprägt sind. Das heißt, unser heutiges Denken über die Zukunft – Wünsche, Bedürfnisse, Ängste – werden von kulturellen Denkmustern geprägt, die entsprechende Handlungsmuster vorgeben. Wir verhandeln jetzt wie Mobilität und urbanes Leben sich in Zukunft gestalten werden. Werden in den Städten der Zukunft ethische oder wirtschaftliche Bedürfnisse im Vordergrund stehen? Welche Formen des Widerstandes wählen marginalisierte Gesellschaftsgruppen gegen ungleiche Ressourcenverteilungen? Unser Blick geht dabei nach Amerika zu Megastädten wie Mexiko-Stadt und Rio de Janeiro, zum Friedensprozess nach Kolumbien, zur Korruptionsbekämpfung, der Ausgestaltung von Rentensystemen in Lateinamerika, den Zukunftsvorstellungen Jugendlicher und insbesondere den Zukunftsperspektiven indigener Gesellschaften auf dem amerikanischen Kontinent.

2019 ist von der UN zum Internationalen Jahr der Indigenen Sprachen bestimmt, weil die Mehrheit dieser Sprachen vom Aussterben bedroht ist. Die Tagung stellt das Über- und Weiterleben bedrohter Sprachen in neuen Räumen – wie Internet, Radio und Fernsehen – vor.

Zu den Gastreferenten zählen u.a. der 2018 mit dem Right-Livelihood-Award ausgezeichnete Jurist Dr. Iván Velásquez Gómez aus Kolumbien, der Spezialist für indigenes Kulturerbe Dr. Genner Llanes Ortíz (Mexiko) und der Museumsexperte Dr. Juan Villanueva Criales (Museo Nacional de Etnografía y Folklore, La Paz, Bolivien).

Zukunftsvorstellungen und auf Zukunft gerichtetes Handeln in vergangenen Epochen spielen auf der Konferenz eine ebenso wichtige Rolle. Wie wurde ‚Zukunft‘ in früheren Epochen angedacht und in Handlungen konkretisiert? Aufschlussreich sind archäologische Forschungen zum gesellschaftlichen Umgang mit Bodendegradation, also der Bodenzerstörung durch Überbewirtschaftung wie sich dies am Beispiel des Mayatieflandes belegen lässt. Die Studien des Archäologen Nicholas Dunning (Cincinnati University, Ohio) zeigen wie bereits Gesellschaften in der Vergangenheit mit der Notwendigkeit eines umweltschonenden Ressourcenumgangs konfrontiert waren, während die zunehmende Besiedlungsdichte jedoch Produktion und Handel stark vorantrieb. Die Archäologie zeigt ebenfalls auf, welche Lösungen für dieses Dilemma in der Vergangenheit verfolgt wurden und bietet Ideen für heutige Entscheidungen.

Europa und Lateinamerika verbindet die Provenienz-Forschung und die Frage nach Restitution von Kulturgütern in den Museen diesseits und jenseits des Atlantiks und der Anspruch, Forschung zu entkolonisieren. Im Zuge der Vorbereitungen auf das Berliner Humboldt-Forum ist in deutschen ethnographischen Museen die Provenienz-Debatte angekommen, die auch für Sammlungen aus Amerika relevant ist. Dabei trägt die Provenienzforschung zur Entlarvung von Mythen bei und sie schafft Raum für zukünftige kollaborative Forschungsmodelle.

Mir rund 300 Wissenschaftler*innen und Studierenden aus Deutschland, Europa, USA und Lateinamerika bietet die Konferenz eines der derzeit größten Foren in Europa zum Thema „Zukunft erforschen“. Sie eröffnet damit das Forschungsfeld für die Geisteswissenschaften noch vernachlässigtes Forschungsfeld.

Das vollständige Tagungsprogramm kann unter www.americas2019.uni-bonn.de/program/ eingesehen werden. Tagungssprachen sind Deutsch, Englisch und Spanisch.

Organisatoren sind die Abt. für Altamerikanistik und das Interdisziplinäre Lateinamerika-Zentrum der Universität Bonn sowie die Regionalgruppen der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie.

Ansprechpartnerin
Dr. Antje Gunsenheimer
Universität Bonn, Abt. für Altamerikanistik
Oxfordstr. 15, 53111 Bonn
e-mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Document Actions